Bahnstrecke als wertvolle Infrastruktur nutzen

Welche Vorschläge haben Sie?

Bahnstrecke als wertvolle Infrastruktur nutzen

Beitragvon oesetalbahn2 » Dienstag 1. März 2011, 22:16

In gewisser Weise ist es verständlich, dass von kommunalen Schulden geplagte Verwaltungen und Politiker auf "schnelles Geld" vom Bund schielen. Die Stadt Hemer könnte so durch Verkauf der Bahnstrecke für den Radwegbau das Geld zurückbekommen, das sie in den Kauf des langgestreckten Schienengrundstücks gesteckt hat.
Langfristig ist aber die Bahntrasse eben für den Schienenverkehr wichtiger und für Menschen und Wirtschaft nützlicher als ein Radweg. Auf der Schiene kann man einfach mehr machen:
Stadtbahn, Regionalbahn, Güterverkehr; Menschen und Güter in großen Mengen und bei (fast) jedem Wetter transportiern (und zwar auch Radfahrer mit ihren Rädern!).

Hemer ist groß und wichtig genug für die Schiene, die Bahnstrecke und ihre Stationen liegen günstig im Stadtgebiet, die Strecke passt gut als sinnvolle Ergänzung ins umliegende Schienennetz, z. B. zur Anbindung von Hemer-Menden-Balve an Dortmund.
Und diese Bahnstrecke ist schon (noch) da! Sie muss nicht erst aufwändig geplant, evtl. gegen Widerstand durchgesetzt werden, völlig neu in die Landschaft geschlagen und gebaut werden.
Man könnte deshalb eine Bahnstrecke Hemer - Menden auch kaum irgendwann mal woanders anlegen, einen Radweg dagegen schon!

Die Oesetalbahnstrecke steht zur Verfügung, sie ist wertvolle (Verkehrs-)Infrastruktur - und die wird doch von fast allen Seiten als eine der wichtigsten Stützen von Wirtschaft und Wohlstand gesehen.
Nur die Schiene als eigenständiger Verkehrsträger kann letztlich wirksam die Straßen entlasten.
Verzichtet Hemer auf den Bahnanschluss, wäre es ganz auf die Straße (dazu zählt auch der Radverkehr) zurückgeworfen, würde sich zugleich von seiner großen Schienen-Vergangenheit und auch von der Zukunft des Bahnverkehrs abschneiden.

Konkret erhält Hemer mit dem eigenen Bahnanschluss eine gute Anbindung in Richtung östliches Ruhrgebiet, aber auch Richtung Hochsauerland und nach Norden (Hamm/Münster etc.). Das bringt zusätzlich Besucher nach Hemer aus Gegenden, wo es sowieso schon viele Bahnnutzer gibt. Für den Sauerlandpark ist das auf jeden Fall ein Gewinn, wenn per Bahn noch mehr zahlende Gäste kommen. Und für die Hemeraner ist es ein Stück Lebensqualität und damit ein Standortvorteil für die Stadt, wenn man direkt vor der Tür Zugang zum Bahnverkehr hat. Das kann auch Neubürger nach Hemer bringen, die auf einen vollständigen öffentlichen Nahverkehr, also Bus und Bahn, Wert legen, z. B. weil sie es an ihrem bisherigen Wohnort kennen und schätzen.

Deswegen sollte man - ohne Zwischenphase mit Radweg - die Bahnstrecke erhalten!
Denn ein Radweg auf dem bisherigen Bahndamm ist weder baulich noch rechtlich ein notwendiger Zwischenschritt auf dem Weg zur Reaktivierung des Schienenverkehrs. Im Zweifel ist das sogar hinderlich. Denn es ist auch wirtschaftlich nicht sinnvoll, eine Bahnstrecke erst zum Radweg umzubauen, um diesen dann später wieder abzureißen, neue Gleise zu verlegen und einen neuen Radweg woanders zu bauen. Das schafft nur unnötig bürokratischen, baulichen und somit finanziellen Aufwand.

Dennoch darf man Hemer nicht mit seinem aus dem Streckenkauf entstandenen Geldproblem allein im Regen stehen lassen!
Hier müssen Bund, Land, NWL/ZRL, Kreis und Nachbarstädte, die Wirtschaft und die Bürger eine Lösung finden und helfen!
oesetalbahn2
Oesetalbahner(in)
 
Beiträge: 252
Registriert: Samstag 6. Juni 2009, 00:21

Zurück zu Ihre Ideen und Vorschläge

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron